Ranz und Kastration PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dalia Fichmann   
Mittwoch, 06. August 2008 um 10:54
Fähe

Sobald die Fähe in die Ranz kommt, schwellt die Vulva Erbsen gross an, nun ist sie zur Paarung bereit. Der Eisprung wird durch den Deckakt ausgelöst, der innerhalb von 36 Tagen statt finden muss, ansonsten fällt sie in die so genannte Dauerranz. Die Dauerranz erkennt man äusserlich an blassen Schleimhäuten, die Vulva schwellt noch mehr an, Schwäche, Infektionsanfälligkeit, Blutungen der Unterhaut und einer zunehmender Haarlosigkeit an Rute und Unterbauch. Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen im Blut steigt stark an, was zur Schädigung des Knochenmarkts führen kann. Im Knochenmark werden die weissen und roten Blutkörperchen produziert. Eine Abnahme der roten Blutkörperchen führt zu einer Anämie. Die Kastration muss dann unter erhöhtem Risiko durchgeführt werden, ist aber unumgänglich. Eine Hormontherapie ist nicht zu empfehlen. Sie führt in den meisten Fällen zu einer Gebärmuttervereiterung, die bei Frettchen oft unentdeckt bleibt und zum Tode führen kann.

Es ist daher ganz wichtig;

WIRD MIT EINER FÄHE NICHT GEZÜCHTET, MUSS SIE ZWISCHEN DEM 6. UND 12. MONAT KASTRIERT WERDEN, SPÄTESTENS ZUM FOLGENDEN FRÜHJAHRSBEGINN NACH GEBURT, ALLER SPÄTESTENS ABER BEI RANZBEGINN!


Die Fähe kommt im Frühling/Sommer in die Ranz, die Natur hat dies so gerichtet, dass die Welpen zw. Frühling und Spätsommer aufwachsen. Bei der Kastration sollte auch die Gebärmutter mit entfernt werden, da das Risiko besteht, dass sich Zysten bilden oder ein Stück Eierstockgewebe im Bauchraum bleibt und die Fähe dann trotzdem in die Ranz kommt. Auch ist es nicht selten, dass Fähen an unerkannten Gebärmuttervereiterungen sterben. Bei einer Sterilisation, wo nur die Eileiter entfernt oder abgebunden werden, kommt die Fähe trotzdem in die Ranz, es besteht nach wie vor die Gefahr einer Dauerranz oder der Zystenbildung und eine Nachoperation, die um einiges aufwändiger wird, ist unumgänglich.
Merh dazu hier...

Rüde

Ein Rüde kann ohne Risiko von gesundheitlichen Schäden unkastriert gehalten werden. Es kann aber zu sozialen Problemen kommen, da sie in dieser Zeit ihr Revier verteidigen, ausserdem riechen sie viel stärker, sie versuchen ihre Artgenossen zu decken und es wird alles markiert. Sie können auch ihren Menschen gegenüber aggressiv werden. Deshalb raten wir auch hier, den Rüden zu kastrieren.
Ausser er wird zur Zucht eingesetzt. Wildtiere können sehr früh kastriert werden, dies verringert auch das Risiko eines späteren Macho-Gehabes.
Immer häufiger treten Kryptorchiden (Einhoder) auf. Senkt sich ein Hoden in der Ranzzeit nicht ab und bleibt im Bauchraum oder der Leiste, muss er operativ entfernt werden. Im Bauchraum erwärmt sich der Hoden zu stark und kann tumorös entarten. Zudem kommt der Rüde trotzdem in die Ranz und bleibt geschlechtsreif.


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